Der Roman, der stark an Edmund Whites Paris-Romane erinnert, ist Pleschinskis Lebensgefährten gewidmet. Pleschinski erzählt von 23 Jahren bewegter Liebe und künstlerischem Austausch, von der Trauer und der Angst in den 1980er Jahren angesichts der ringsum Sterbenden. Das schwule Paar lebte stets im Widerspruch und in Widersprüchen. Angetreten waren sie als Opponenten gegen die bürgerliche Nachkriegsmoral im Westdeutschland der 1970er Jahre. Sie lebten als Bohemiens, suchten die gegenseitige Zuneigung in ihrer Beziehung und mussten am Ende den mörderischen Tiefschlag hinnehmen, den die AIDS-Krise versetzte. Gegenläufig zur modischen Verklärung der 1970er und 1980er Jahre entsteht hier das anrührende Bild einer fast erloschenen, fernen Welt.
Hans Pleschinski: Bildnis eines Unsichtbaren
D 2026 (Neuaufl.), 320 S., geb.